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Engineering20. Februar 202619 Min Lesezeit

Engineering: Keine Performance-Schulden ab Woche eins

Schnelle Websites entstehen nicht durch spaete Optimierung, sondern durch technische Leitplanken von Beginn an.

Viele Projekte starten schnell und werden spaeter schwerfaellig. Das liegt selten an einem grossen Fehler, sondern an dutzenden kleinen Entscheidungen ohne gemeinsame Leitplanke. Engineering muss diese Leitplanke frueh setzen.

Engineering-Qualitaet ist kein Nice-to-have. Sie ist die Bedingung dafuer, dass eine Website auch unter Wachstum stabil, schnell und wirtschaftlich bleibt.

Kapitel 01

1. Architektur ist ein Lieferhebel

Architektur bestimmt, wie schnell ein Team liefern kann. Unscharfe Grenzen zwischen Domain-Logik, Rendering und Integrationen fuehren zu Seiteneffekten und Rework.

Saubere Grenzen machen Features planbar. Aenderungen bleiben lokal, Releases werden berechenbar.

Wer Architektur nur als Technikthema sieht, unterschaetzt den Geschaeftsimpact auf Time-to-Market und Fehlerrisiko.

  • Domain-Logik getrennt von UI-Komponenten
  • Integrationen ueber klare Schnittstellen
  • Seitentypen mit einheitlichem Datenmodell

Kapitel 02

2. Rendering-Strategie pro Seitentyp

Nicht jede Seite braucht denselben Rendering-Ansatz. Informationsseiten profitieren von statischer Auslieferung, transaktionale Pfade von dynamischer Logik.

Die kluge Kombination aus SSG, ISR und SSR sorgt fuer Geschwindigkeit ohne Flexibilitaetsverlust.

Wichtig ist die fruehe Entscheidung pro Seitentyp. Spaeteres Umschalten unter Last ist teuer.

Kapitel 03

3. Performance-Budgets als harte Grenze

Ohne Budgets wachsen JavaScript, Bilder und externe Skripte unkontrolliert. Performance wird dann zur spaeten Reparaturaufgabe.

Budgets setzen klare Grenzen fuer JS-Gewicht, Requests und Mediengroessen. Damit wird Performance zur Lieferbedingung.

In reifen Teams ist "passt nicht ins Budget" ein valides Architekturargument.

  • JS-Budget pro Template und Seitentyp
  • Bildrichtlinien fuer Formate und Maximalgroessen
  • Budget-Checks in CI vor Merge

Kapitel 04

4. Third-Party-Management ohne Wildwuchs

Die groessten Bremsen kommen haeufig von externen Scripts. Chat, Tracking und Widgets koennen den Kernpfad massiv verlangsamen.

Jedes externe Script braucht ein klares Ziel, eine Lade-Strategie und einen Verantwortlichen.

Wenn ein Tool keinen messbaren Nutzen zeigt, sollte es entfernt werden. Technikdisziplin ist hier direkt Conversion-Disziplin.

Kapitel 05

5. CMS-Modeling fuer realen Redaktionsbetrieb

Ein gutes CMS-Modell bildet die Arbeit von Marketing und Vertrieb ab. Wenn Redakteure fuer Standardaenderungen Entwickler brauchen, ist die Modellierung zu technisch.

Modulare Bloecke, sinnvolle Validierung und klare Feldnamen reduzieren Fehler und beschleunigen Publikation.

Das Zusammenspiel aus CMS-Blocks und Frontend-Komponenten entscheidet ueber Skalierbarkeit im Alltag.

  • Felder sprechen die Sprache der Redaktion
  • Pflichtfelder verhindern kaputte Ausgaben
  • Preview und Statuslogik sind fuer Nicht-Techniker klar

Kapitel 06

6. QA-Pipeline statt Endabnahme

Qualitaet muss kontinuierlich geprueft werden: Typechecks, Linting, visuelle Checks und Smoke-Tests vor jedem Release.

Je frueher Fehler sichtbar werden, desto guenstiger ist die Korrektur. Endabnahmen allein sind zu spaet.

Eine stabile QA-Pipeline macht Releases langweilig. Und genau das ist professionell.

Kapitel 07

7. Betriebsfaehiger Launch

Launch ist kein Projektende, sondern Betriebsstart. Monitoring, Error-Tracking und Performance-Metriken muessen ab Minute eins laufen.

Ohne diese Daten ist das Team blind und reagiert erst, wenn Kunden Probleme melden.

Ein guter Launch hat klare Alerts, klare Ownership und klare Reaktionsfenster.

Kapitel 08

8. Schulden steuern statt ignorieren

Technische Schulden sind unvermeidbar, aber steuerbar. Entscheidend ist ein sichtbares Debt-Register mit Priorisierung und festen Bereinigungszyklen.

Wer Schulden nicht sichtbar macht, zahlt mit sinkender Liefergeschwindigkeit. Wer sie aktiv plant, behaelt Architekturkontrolle.

Engineering-Reife zeigt sich daran, wie transparent ein Team mit Kompromissen umgeht.

  • Debt-Items mit Business-Impact markieren
  • Regelmaessige Slots fuer Bereinigung reservieren
  • Neue Features nie ohne Debt-Bewertung starten